SPD Neckarau Almenhof Niederfeld

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Hilde Baumann wird 95 Jahre

Veröffentlicht am 14.07.2011 in Ortsverein

Eine der ersten Gemeinderätinnen nach dem Krieg
Die frühere Mannheimer Gemeinderätin Hilde Baumann wurde am 15. Juli 1916 in Neckarau geboren. Nach der Wilhelm-Wundt-Volksschule besuchte sie die Elisabeth-Realschule und von 1930 bis 1932 die Städtische Soziale Frauenschule in Mannheim-Käfertal, danach 1933 die Privathandelsschule Schüritz in Mannheim. Aus politischen Gründen blieb ihr ein Studium während des Nationalsozialismus allerdings verwehrt. Stattdessen musste sie zunächst in einer Wäscherei anfangen. 1935 fand sie Arbeit in der Heinrich-Lanz AG.

Hilde Baumann gehört einer Generation von Frauen an, deren späte Jugend in die Zeit der Wirtschaftskrise, des Aufstiegs und der Machtübernahme der Nationalsozialisten fiel und die schlechte Chancen auf einen Berufseinstieg hatten, insbesondere dann, wenn sie aus einem politisch engagierten Elternhaus stammten. Das war bei Hilde Baumann zweifellos der Fall, verbrachte sie ihre Kindheit doch weitgehend in der sozialdemokratischen Kinderorganisation „Kinderfreunde“ und gehörte seit ihrem zwölften Lebensjahr der Sozialistischen Arbeiterjugend an. Politik spielte, seit sie denken kann, immer eine große Rolle in ihrer Familie. Der Einsatz für Arbeitnehmer, für Schwache und Benachteiligte der Gesellschaft war ihr in die Wiege gelegt worden: Vater Jakob Baumann war SPD-Stadtverordneter und Betriebsratsvorsitzender der Heinrich-Lanz AG. 1934 wurde er verhaftet, nach kurzzeitiger Entlassung wegen Widerstandstätigkeit erneut in Haft genommen und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.

Diese Zeit und der familiäre Hintergrund prägten Hilde Baumann ebenso wie die vorangegangenen politischen und sozialen Wirren der Weimarer Republik. Als eine „Frau der ersten Stunde“ packte sie nach Kriegsende als Gewerkschafterin und Kommunalpolitikerin an. 1953 wurde sie erstmals in den Gemeinderat gewählt, wo sie bis 1980 wirkte. Schwerpunkt: Soziale Fragen. Das war das Ressort, in dem Frauen ihrer Generation ihre Kompetenz zeigen durften und das sie dominierten. (red)

Aus dem Amtsblatt der Stadt Mannheim, Ausgabe 28/2011 vom 14. Juli 2011

 

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