In Neckarau weiterhin Grundwasser durch chlorierte Kohlenwasserstoffe verunreinigt

Veröffentlicht am 09.03.2017 in Pressemitteilungen

Noch viele Jahre Reinigung des Grundwassers erforderlich

Die Neckarauer SPD-Bezirksbeiräte Dr. Bernhard Boll, Klaus Hesse und Mathias Kohler hatten Ende Oktober des letzten Jahres im Bezirksbeirat eine Anfrage über den aktuellen Stand der Grundwasserbelastung mit chlorierten Kohlenwasserstoffen durch die ehemalige Chemische Reinigung Walther in der Friedrichstraße eingebracht. Bei der Anfrage geht es insbesondere über den aktuellen Stand der Grundwasserreinigung und die Frage, wo genau derzeit die Giftfahne in Neckarau verläuft.

In einem aktuellen Antwortschreiben teilte Bürgermeisterin Felicitas Kubala mit, dass die Grundwassersanierung zurzeit noch so verläuft, wie sie in einer Informationsvorlage im September 2009 beschrieben worden war (siehe hierzu http://buergerinfo.mannheim.de/buergerinfo/vo0050.asp?__kvonr=29617) . Die Grundwasserreinigungsanlage und das Verfahren sollen jedoch modernisiert werden. Die Sanierungsmaßnahmen des Grundwassers in der bisherigen Form sollen zunächst bis 2020 fortgeführt werden. Zusätzlich werden Laborversuche zum biologischen Abbau des Schadens durchgeführt, welcher im Falle einer erfolgreichen Anwendung vor Ort das prognostizierte Sanierungsende von derzeit 2030 deutlich verkürzen könnte.

In der Stellungnahme der Bürgermeisterin heißt es, „das Grundwasser im Bereich des Sanierungsstandortes ist in unterschiedlichem Maße verunreinigt. Die Schadstofffahne erstreckt sich nach wie vor von der Waldhornstraße im Südosten in variierender Breite, entsprechend der Form einer Eieruhr, über das Schadenszentrum Rosenstraße/Weißenburgstraße in nordwestliche Richtung bis zum Hans-Sachs-Ring, wobei die Form der Fahne von einer Messkampagne zur nächsten stets leicht variiert.“ (Siehe hierzu den Lageplan in der Anlage).

Die Schadstoffkonzentrationen an den Grundwassermessstellen haben sich wie die Bürgermeisterin mitteilt, in den letzten Jahren insgesamt kontinuierlich reduziert, so dass insbesondere die Ausdehnung der am höchsten belasteten Bereiche immer weiter abnimmt. Dennoch würden im Bereich der aktuellen Fahne überall Schadstoffkonzentrationen erreicht, die die maßgeblichen Prüfwerte für eine uneingeschränkte Nutzung des Grundwassers überschreiten. Nach aktuellem Sachstand können die Gartenbrunnen innerhalb der Schadstofffahne auch weiterhin nicht zur Gartenbewässerung genutzt werden. Die Gartenbrunnen südlich des Aufeldweges II sind uneingeschränkt für die Gartenbewässerung nutzbar. Bei den nördlich davon gelegenen Brunnen ist eine Einzelfallprüfung erforderlich. Die Analysekosten für die Grundwasserproben übernimmt weiterhin der Fachbereich Grünflächen und Umwelt.

Die Neckarauer SPD und Stadträtin Marianne Bade, weisen darauf hin, dass die Millionen Euro, die für die Reinigung des durch eine Privatfirma verunreinigten Grundwassers bisher erforderlich waren und künftig noch sind, zu 90 Prozent vom Land und zu 10 Prozent von der Stadt Mannheim bezahlt werden müssen. „Es ist unerträglich, dass es letztlich immer wieder die Gesellschaft ist, die solche Kosten zu tragen hat.“

 
 

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