Neue Wege zur Bekämpfung des Wohnungsmangels

Veröffentlicht am 31.10.2018 in Pressemitteilungen

v.l. Dr. B. Boll, Ralf Eisenhauer, S. Leber-Hoischen

Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Neckarauer Sozialdemokraten zum Thema bezahlbares Wohnen. Ralf Eisenhauer, SPD-Fraktionsvorsitzender im Mannheimer Gemeinderat war als Vortragender wie als Diskutierender ein kompetenter Gesprächspartner.

In seiner Begrüßung bezeichnete Bernhard Boll, Gemeinderatskandidat und stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Neckarau-Almenhof-Niederfeld, den Wohnungsmangel und die hohen Mietkosten als neue soziale Frage in Deutschland. Nicht nur in den Metropolen und Großstädten explodieren die Mietpreise in unerschwingliche Höhen, sondern zwischenzeitlich auch in kleineren Städten, so Boll.

 

Stadtrat Ralf Eisenhauer konnte diesen Befund nur bestätigen und wies darauf hin, dass immer mehr Menschen gezwungen sind, über die Hälfte ihrer monatlichen Einkünfte allein für den Mietzins aufzuwenden. Zudem sei der Anspruch an die Wohnungsgröße der Suchenden deutlich bis zum dreifachen im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Beides - eine enorme Nachfrage nach Wohnraum in den Städten wie auch die nachgefragte Wohnfläche - bezeichnete Eisenhauer als wesentliche Ursache für die gegenwärtige Situation. Die Folge sind höhere Mietpreisforderungen genauso wie gestiegene Baukosten, weil sowohl durch eine Fülle von Bauvorschriften, z.B. für eine angemessene Energie-Effizienz des Gebäudes, aber auch durch die Verknappung von Baugrund in den Städten ein Mietpreis von 7,50 Euro pro Quadratmeter kaum möglich gemacht werden könnte.

Deshalb, so Ralf Eisenhauer, greife die Mannheimer SPD zu neuen Instrumenten, um die Wohnungsnot zu lindern. Dabei ist die 30-Prozentquote zur Schaffung von preisgünstigen Wohnungen[1] bei Bauvorhaben ab zehn Wohneinheiten nur das prominenteste Instrument unter vielen weiteren, die die SPD favorisiere. Die Stadt soll zukünftig städtische Grundstücke zu vergünstigten Grundstückspreisen an junge Familien verkaufen. Ebenfalls möchte die SPD in Mannheim Mehrgenerationenhäuser, gemeinschaftliche Wohnprojekte und die neu entstehenden Mieterhaussyndikate gezielt fördern. Sollte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) tatsächlich beschließen, Bundeseigentum an ehemaligen militärisch genutzten Flächen den Kommunen und kommunale Bauträger kostenfrei abzugeben, würde das erheblich zur Entspannung der bestehenden Situation beitragen.

„Nur eine einzige Baugenossenschaft projektiert derzeit auf Franklin“ berichtete Eisenhauer. Da das genossenschaftliche Bauen eine seit Jahrzehnten erfolgreiche Idee zur Schaffung günstigen Wohnraums ist, wünscht er sich das Engagement weiterer Baugenossenschaften auf Franklin.

Die städtische gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft GBG hingegen baut nicht nur, sondern weitet zusätzlich ihren preiswerten Bestand in allen Stadtteilen weiter aus. Gerade jetzt zeige sich aufs Neue, so Bernhard Boll zum Schluss der Veranstaltung, dass eine immer wieder geforderte Veräußerung kommunaler Wohnungsunternehmen - wie der GBG - ein schwerer strategischer Fehler gewesen wäre und deshalb auch zukünftig nicht zur Debatte stehen darf.

 

 


[1] Die Regelung zur Einstiegsmiete orientiert sich an den derzeit gültigen Bestimmungen des Landes Baden-Württemberg zum geförderten Mietwohnungsbau. Demnach ist die durchschnittliche Miethöhe im Wohnungsbau (in Mannheim derzeit ca. 11,20 € je Quadratmeter Nettokaltmiete) um einen Abschlag von 33% zu senken und liegt somit momentan bei rund 7,50€ je Quadratmeter Nettokaltmiete.

 
 

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