SPD Neckarau, Almenhof & Niederfeld

SPD fordert lautstark "mehr Mut"

Veröffentlicht am 27.03.2010 in Kreisverband

Sozialdemokraten: Kreisdelegiertenversammlung bestätigt Vorstand / Nachholbedarf bei den Themen Wirtschaft und Sicherheit

Der alte SPD-Kreisvorstand ist mit wenigen Ausnahmen auch die neue Spitze der Mannheimer Sozialdemokratie. Doch die Partei befindet sich "in einem Prozess der Veränderung", wie der stellvertretende Kreisvorsitzende Petar Drakul bei der Kreisdelegiertenversammlung betonte. Er und viele seiner Parteifreunde wollen, dass die SPD "jünger, offener, weiblicher und mutiger wird", sagte Drakul vor den 95 Delegierten im Gewerkschaftshaus.

"Wir haben fast alle unsre Ziele erreicht", blickte Wolfgang Katzmarek zurück auf die ersten beiden Jahre seiner Amtszeit als Kreisvorsitzender. Doch die Niederlage bei er Bundestagswahl, die sei schmerzhaft gewesen. "Ein historischer Unfall", seufzte Lars Casttelucci als stellvertretender SPD-Landesvorsitzender. Und der Heidelberger SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Binding versprach, den Mannheimern zu helfen, dass in vier Jahren wieder ein sozial-demokratischer Mandatsträger aus der Quadratestadt im Bundestag sitzen wird.

Leuchtturm Bildung
Doch die Kärnerarbeit dazu müssen und wollen die Genossen vor Ort leisten. "Raus aus der Schockstarre, wir müssen lauter werden", rief SPD-Fraktionschef Dr. Stefan Fulst-Blei den Delegierten zu. "Wir haben die Antworten für eine andere Politik", kündigte Katzmarek an. "Akzente setzen nicht die Schwarzen, die Gelben, die Grünen oder die Linken, sondern die SPD", so der mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigte Kreisvorsitzende. Mit dem System "MAUS" sei die SPD bei der Bildung stark, ergänzte Drakul. Integration und Kulturpolitik in Mannheim, auch das seien "Leuchttürme". Nachholbedarf sieht er bei der Wirtschaftspolitik: "Die muss stärker bearbeitet werden, da brauchen wir ein Gesicht." Mit der Sicherheitspolitik will die SPD ebenfalls punkten, sich auch stärker mit Bürgerrechten und Datenschutz beschäftigen. Und schließlich soll auch der Sport eine wichtigere Rolle als in der Vergangenheit spielen. "Hier gibt es viele Akteure, aber oft mangelnde Wertschätzung", bedauerte Drakul.

Akzente von der Basis
Eine starke Mitgliederpartei, das wünschen sich viele Genossen. Doch Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz warnte die Delegierten davor, dies "zu eindimensional zu sehen". Ja, die Abweichler gegen eine Parteimeinung, die seien meist populär. Aber Politik sei nicht das Populäre, "sondern das Richtige populär zu machen", so funktioniere das demokratische Prinzip. Deshalb hielt er auch ein Plädoyer für die Funktionäre, die wichtige Aufgaben übernähmen, ohne die eine Partei nicht funktioniere. "Kurs halten, und nicht dem Populismus folgen", da bekam Kurz Rückendeckung von Fulst-Blei. "Der Peter macht seine Sache bislang ganz gut", so eine Delegiertenstimme. Als OB sei Kurz ja mit vielen Ideen gestartet - und die jetzt alle zu erfüllen, das sei "eine schwere Aufgabe". Da sei es auch normal, wenn der Oberbürgermeister mit den Sozialverbänden, bei den Schulen oder auch beim Thema Jugendhäuser hier und da mal anecke.

Mit freundlicher Genehmigung von Redaktionsmitglied Martin Tangl
Mannheimer Morgen 29. März 2010

Die 17 Ortsvereine der Mannheimer SPD hatten 96 Delegierte ins Gewerkschaftshaus entsandt. Mit 90,5 Prozent wurde der Wolfgang Katzmarek, Betriebsratsvorsitzender von Roche Diagnostics für die beiden nächsten Jahre wieder gewählt. Seine Stellvertreter Petar Drakul und Mathias Kohler wurden ebenso wiedergewählt wie Gerhard Heckmann als Kassierer und Evi Korta-Petry als Schriftführerin. Die frühere Juso-Vorsitzende Malin Melbeck verstärkt als Internet-Beauftragte den geschäftsführenden Vorstand der Mannheimer SPD.

Als Beisitzer in den Kreisvorstand wurden Dr. Stefan Fulst-Blei, Andrea Safferling, Boris Weirauch, Evelyne Gottselig, Dr. Karl-Christian Schroff, Claudia Möller, Ali Müller, Melanie Seidenglanz, Gabriel Höfle, Ulrich Schäfer und Dr. Claudia Schöning-Kalender gewählt.

 

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