„WIRTSCHAFTLICHE TÄTIGKEIT HAT DEM GEMEINWOHL ZU DIENEN“

Veröffentlicht am 01.05.2018 in Pressemitteilungen

Themenabend im Neckarauer Volkshaus mit Praktikern der Gemeinwohlökonomie

Wachsende soziale Ungleichheit, grassierende Altersarmut und ein kaum noch aufzuhaltender, menschengemachter Klimawandel werfen elementare Fragen hinsichtlich unserer derzeitigen und insbesondere zukünftiger Wirtschaftsform und Lebensweise auf.

Eine Antwort auf diese Fragen hat die Bewegung „Gemeinwohl-Ökonomie“ (GWÖ) gefunden. Sie bietet einen Ansatz, das Grundproblem der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung - die Verwechslung von Ziel (Gemeinwohl) und Mittel (Geld) - zu überwinden. Der SPD-Ortsverein Neckarau-Almenhof-Niederfeld hatte deswegen zu einem Themenabend “Gemeinwohl-Ökonomie - eine neue Wirtschaftsordnung?” ins Volkshaus eingeladen.

 

In der gut besuchten Veranstaltung im Volksraus legten Joachim Langer und Uwe Treiber die Grundsätze der Gemeinwohlökonomie dar. Diese orientiert sich an Wertvorstellungen, die allen Menschen nachhaltige gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Natürliche Ressourcen sollen hierbei allen zu Gute kommen. Dafür ist aber ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich, da nicht mehr Gewinnmaximierung und Reichtum zu Gunsten weniger der Maßstab des Handelns sein können. Vielmehr steht das globale Wohl aller im Mittelpunkt. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist geprägt durch Gewinnmaximierung,  Konkurrenz-Denken, der Dominanz internationaler Großkonzerne, Wachstumszwang und  globalen Standortwettbewerben. Dadurch werden die globalen Probleme der Menschheit nicht gelöst, sondern nur noch mehr verschärft.

 

Deswegen müssen Konsumverhalten, gesellschaftliches Leben und unternehmerisches Handeln neu gedacht werden. Wie dies in der Praxis funktionieren kann, legte Uwe Treiber dar. Der Inhaber der Wieslocher Druckerei „Sonnendruck“ legt hierbei besonderen Wert auf zufriedene Mitarbeiter und umweltverträglich produzierte Materialien. Er verzichtet somit bewusst auf mögliche höhere Gewinne und ist dennoch als Unternehmer erfolgreich.

 

Auch seitens der Stadt Mannheim gibt es Bestrebungen, die Gemeinwohlökonomie voranzubringen, wie Matthias Krebs von der Strategischen Steuerung der Stadt berichtete. Die Gemeinwohlökonomie ist ein interessanter Denkansatz zur Lösung globaler Problemstellungen. Mittlerweile unterstützen weltweit mehr als 2.000 Unternehmen, 160 Organisationen und 9.000 Privatpersonen die GWÖ. Auch im Rhein-Neckar-Gebiet ist die Gemeinwohl-Ökonomie inzwischen ein Thema bei Unternehmen, Gemeinderatsfraktionen und Schulen. Einzelne Unternehmen haben eine erste Gemeinwohl-Bilanz erstellt und im aktuellen Haushaltsplan der Stadt Mannheim wurde für städtische Betriebe ein entsprechendes Budget verabschiedet.

 

Joachim Langer, Referent und Berater, verlangte positive Anreize für Gemeinwohl orientiertes Wirtschaften, zum Beispiel um Ressourcen und Energie zu sparen, die Vermeidung von Verpackungen und Müll, für langlebige und reparaturfreundliche Produkte zu sorgen, das Rad anstelle des Autos zu nehmen und den regionalen Produkten den Vorzug zu geben. Als Grundlage für diese Wirtschaftspolitik zitierte er aus Artikel 151 der bayerischen Landesverfassung: Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl...“. Joachim Langer verdeutlichte die Möglichkeit, wie Firmen nach einem anerkannten Verfahren eine konkrete nachvollziehbare Gemeinwohlbilanz erstellen können.

 

Weitere Informationen zum Thema findet man hier: https://www.ecogood.org

 
 

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