Radfahren soll gefördert werden - Fahrradtour durch Neckarau zeigte kritische Stellen für Radfahrer

Veröffentlicht am 01.08.2016 in Pressemitteilungen

Zahlreiche Teilnehmer bei der Fahrradtour durch Neckarau

Die Mannheimer SPD setzt auf das Rad als umweltfreundliches Verkehrsmittel. Gerade im Nahbereich ist es  geeignet, das Auto zu ersetzen - unter der Voraussetzung, dass es gute Möglichkeiten gibt, sicher im Stadtteil voranzukommen. Darum geht es auch bei den Radtouren, die SPD-Gemeinderatsfraktion und SPD-Ortsvereine derzeit in verschiedenen Mannheimer Stadtteilen durchführen. Der zweite Termin der SPD-Radtouren führte nach Neckarau. Die radverkehrspolitische Sprecherin der SPD-Gemeinderatsfraktion Nazan Kapan und der SPD-Ortsverein Neckarau-Almenhof-Niederfeld hatten die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, mitzufahren und sich über das Thema Radverkehr in Neckarau, Almenhof und Niederfeld auszutauschen.

Stadträtin Kapan verwies auf das im Herbst 2009 vom Gemeinderat einstimmig beschlossene 21-Punkte-Handlungsprogramm für mehr Radverkehr: 21 Punkte Programm .

Inhalte des Programms sind der Ausbau und die Verbesserung der Radwege, die Erhöhung der Sicherheit für Radfahrer und mehr Service-Angebote und Werbung rund um das Verkehrsmittel Fahrrad. Ziel ist die Steigerung des Radverkehrsanteils in Mannheim auf 20 Prozent.

Karin Steffan, fahrradpolitische Sprecherin des SPD-Ortsvereins wies darauf hin, dass es mit den Fahrradwegen der Steubenstraße und der Neckarauer Straße sowie der Fahrradstraße Mönchwörthstraße relativ gute Nord-Süd-Verbindungen für die Radfahrer*Innen gibt. Handlungsbedarf wird in der Ost-West-Verbindung insbesondere im Bereich der Sedan-, Rheingold- und Friedrichstraße gesehen. Diese Strecke ist für Radfahrer*Innen mit einem hohen Gefährdungspotential verbunden. Beispielsweise endet der Schutzstreifen für Radfahrer in der Sedanstraße auf der Höhe des Volkshauses im Nichts.

Bei der Fahrradtour, an der sich u.a. die beiden SPD-Bezirksbeiräte Dr. Bernhard Boll und Mathias Kohler beteiligten, ging es auch um die Verkehrssicherheit der Schüler*Innen, die mit dem Fahrrad vom Niederfeld die Steubenstraße queren um zur Schillerschule, zum Bach-Gymnasium und zur Wilhelm-Wundt-Realschule fahren. Dabei soll geprüft werden, ob auf der Ost-West-Achse eine weitere Fahrradstraße - bspw. in der Luisenstraße - mehr Sicherheit für die Radfahrer bringen kann.

Ein neuralgischer Punkt ist die Kreuzung Fischerstraße / Maxstraße / Friedrichstraße, die ein Schulweg zur Wilhelm-Wundt-Schule ist und von vielen Schülerinnen und Schülern frequentiert wird. Karin Steffan wies darauf hin, dass der SPD-Ortsverein Neckarau-Almenhof-Niederfeld gegenwärtig Unterschriften sammelt, um durchgehend auf der Friedrich- bzw. Rheingoldstraße Tempo 30 einzuführen. Ein Teilerfolg konnte bisher erreicht werden, denn die Friedrichstraße soll vom Ortseingang bis zum Marktplatz zukünftig nur noch mit Tempo 30 befahren werden. Damit die Friedrichstraße in Richtung Fischerstraße/ Maxstraße zukünftig etwas sicherer mit dem Fahrrad überquert werden kann, wäre ein deutlicher Hinweis, dass hier ein Radweg die Friedrichstraße kreuzt, sehr hilfreich.

An der Wilhelm-Wundt-Schule wies Grundschul-Rektor Peter Deffaa darauf hin, dass insbesondere zu Schulbeginn Firmenfahrzeuge und Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, eine hohe Verkehrsdichte auslösen, die die Gefahrenlage für die Schülerinnen und Schüler erhöhen. Die Schule würde es lieber sehen, wenn die Schüler*Innen, die einen längeren Schulweg haben, verstärkt mit dem Fahrrad zum Unterricht kommen würden.

Auf der Weiterfahrt konnte festgestellt werden, dass in der Angelstraße erst ab dem Seilwolff-Center Tempo 30 beginnt. Gerade wegen des Schulweges aber auch im Interesse der Anwohner wäre es hilfreich, wenn in der Angelstraße durchgängig eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 30 ausgewiesen würde.

Der vor ein paar Jahren erfolgte Umbau der Morchfeldunterführung hat dort die Situation für die Radfahrer deutlich verbessert. In der sanierten Morchfeldstraße ist durch den Wegfall des südlichen Radweges bzw. dessen Verlegung als Schutzstreifen auf die sehr stark befahrene Straße deutlich geworden, dass der Schutz der Radfahrer*Innen höchste Priorität haben muss. Die Sozialdemokraten sehen bei Tempo 50 eine höhere Gefährdung als bei Tempo 30. Da dieser Schutzstreifen kein Sonderweg sondern Teil der Straße ist, kann er auch von Kraftfahrzeugen benutzt werden und dadurch erhöht sich das Unfallrisiko für die Radfahrer*Innen. Die SPD wird einen Antrag einbringen, der die Einführung von Tempo 30 auf der Morchfeldstraße fordert.

 
 

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